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07.09.2010 - Partnerschaft intensiviert – Landkreis Gliwice bedankt sich für die Flutspenden


<P>„Unsere Partnerschaft ist ein Zeichen für ein zusammenwachsendes Europa“, sagte Landrat Volker Uhlig bei dem Besuch des Partnerkreises Gliwice zu seinem dortigen Amtskollegen Michal Nieszporek.</P>

Gemeinsam mit Vertretern der Kreistagsfraktionen und Verwaltungsmitarbeitern besuchte er Ende August den Süden Polens. Die Partnerschaft wurde 2004 mit einem Vertrag auf Schloss Augustusburg besiegelt und seitdem kontinuierlich aufgebaut. Bei seinen Besuchen stellt der Landrat dabei immer wieder fest, wie stark sich das Land entwickelt. „Die Gewerbegebiete sind gewachsen und die Infrastruktur ist ausgebaut. Es hat sich sehr viel getan. Die Menschen sind hoch motiviert, ihren Platz in Europa zu finden“, so Uhlig.

Die erste Station der dreitägigen Reise war die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz und dessen Außenstelle in Birkenau. Nach derzeitigen wissenschaftlich belegbaren Erkenntnissen sind dort rund 1,1 Millionen Menschen bis 1945 ums Leben gekommen. Es gilt als eines der größten Lager in der Zeit der NS-Herrschaft; ein großer Teil ist heute noch erhalten. Bereits 1947 wurde es zum Museum erklärt. Am zweiten Tag wurde das Krankenhaus in der Stadt Kurow besucht. Bei der internen
Umstrukturierung bekam die medizinische Einrichtung Unterstützung durch das Freiberger Kreiskrankenhaus. Weitere Stationen der Polen-Reise waren das Schloss in Plawniowice und der Sender Gleiwitz. Bekannt wurde diese Sendestation durch einen von der SS inszenierten Überfall polnischer Soldaten im August 1939. Dies ging in die Geschichtsbücher als die Rechtfertigung für den deutschen Überfall auf Polen und somit als Beginn des Zweiten
Weltkrieges ein.

Ein wichtiger Höhepunkt war die Teilnahme an der Sitzung des Kreistages. In Anwesenheit der mittelsächsischen Delegation fasste der Gliwicer Kreistag den Beschluss zur Anerkennung der Partnerschaft und bekräftigte damit den Wunsch, diese partnerschaftliche Beziehung weiter fortzusetzen. Immer wieder zeigten die polnischen Kreisräte ihre große Dankbarkeit für die Spendengelder der Mittelsachsen. Rund 30.000 Euro kamen mit Hilfe der Einwohner und Unternehmen zusammen. „Das Geld bekamen vorrangig Familien“, unterstreicht Volker Uhlig. Er besuchte vier vom Hochwasser betroffene Familien, welche sich mit den Geldern Waschmaschinen oder Kühlschränke kaufen konnten.

Als Symbol der Partnerschaft wurde ein von Papst Benedikt XVI geweihter Baum am Gliwicer Landratsamt gepflanzt. Weitere Akzente sollen in der Partnerschaft gesetzt werden: So wird eine Zusammenarbeit des Gymnasiums Burgstädt mit einem dortigen Gymnasium angestrebt. „Notwendige Fördermittel aus einem EU-Programm wurden beantragt, aber nicht bestätigt“, erklärte Jörg Höllmüller, Leiter des zuständigen Geschäftsbereiches Verwaltung, Finanzen und Ordnung. Ein neuer Antrag wird kommendes Jahr gestellt. Am 21. September erfolgt der Gegenbesuch der polnischen Partner in Mittelsachsen. Höhepunkt wird dabei die Teilnahme an der Feierstunde zum 20-jährigen Jubiläum der friedlichen Revolution in der Petrikirche in Freiberg sein. Diese Veranstaltung ist für alle Bürgerinnen und Bürger offen.